B00000003814284.jpg

Den Vogelflug, die Wolkenbewegung misst man auch nicht mit dem Zollstock!

€36,00
inkl. MwSt. · Versand kostenlos innerhalb Deutschlands · 14 Tage Rückgabe nach Erhalt
Artikel zum Warenkorb hinzugefügt

Kein Schweizer Künstler hat in den vergangenen fast fünfzig Jahren für so heftige, anhaltende Kontroversen gesorgt wie Harald Naegeli - der 'Sprayer von Zürich'. Als Ende der 1970er Jahre seine kühn-dynamischen Zeichnungen an den Mauern der Limmatstadt eine plötzliche, unübersehbare Präsenz entfalteten, wurde er von den einen mit heftigem Ingrimm als Schmierer und Sachbeschädigter geschmäht, während die Gegenpartei vom genialen Strich und der Chuzpe fasziniert war, die in der Platzierung der Zeichnungen lag: eine Kunst für alle im öffentlichen Raum, gratis und franko, nicht museal, sondern vital und spontan, voller Esprit und Lust an der Provokation. Was für den Künstler einer persön¬liche Revolte entsprang, wurde unversehens zum optischen Kürzel für die Bruchlinien in der Gesellschaft: Hier die autoritäre Struktur einer traditionalen Ordnungswelt, dort der Drang nach einer freien Pluralität der Lebensformen, wie er sich dann in der Zürcher Jugendbewegung Anfang der 1980er Jahre Bahn brach. Harald Naegeli indes zahlte einen beträchtlichen Preis für seinen künstlerischen Wagemut - in Form hoher Geld strafen und durch eine halbjährige Haft, nach der er die Schweiz für zweieinhalb Jahrzehnte verliess. Schon vor seiner Enttarnung war er jedoch nicht nur durch seine Graffiti öffentlich hervorgetreten, sondern auch durch ein Buch ('Mein Sprayen, mein Revoltieren', 1979). Und das Wort, das Interview, das Gespräch blieb auch weiterhin ein wichtiges Medium seines künstlerischen Selbstverständnisses. Nicht nur der Tagespresse gab er regelmäßig Auskunft über seine Beweggründe, sondern er publizierte auch programmatische Texte oder führte Gespräche mit so unterschiedlichen Künstlerkollegen wie Klaus Staeck und Ulrich Erben. In diesen Dokumenten wird neben der polarisierenden öffentlichen Figur ein ganz anderer Harald Naegeli sichtbar: der engagierte Ökologe, der literarisch und philosophisch vielseitig interessierte Leser, der spirituelle Mensch mit tiefen Verbindungen zu religiösen Fragen und meditativen Erfahrungen. Vergänglichkeit und Naturbezug sind durchgängige Themen - ebenso im Kontext der Kunst wie der gesamten Existenz. In allem aber ist ein feiner Faden eingewoben, der schon bei seinen Graffitti immer bezaubert hat: der Schalk.

Buchdetails

Autor
Naegeli, Harald
Verlag
NIMBUS, NIMBUS. Kunst und Bcher AG
ISBN
9783038500940
Erscheinungsdatum
01.07.2024
Seitenzahl
272
Einband
Leinen, Gebunden
Maße
264 × 190 × 22 mm

Versand innerhalb Deutschlands ist immer kostenlos – ohne Mindestbestellwert, ab dem ersten Buch. Die Lieferzeit beträgt in der Regel 1–3 Werktage.

Für Lieferungen ins Ausland können zusätzliche Versandkosten anfallen.

Rückgaberecht: Du kannst deine Bestellung innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zurücksenden – einfach und unkompliziert.

Du kannst deine Bestellung innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zurücksenden. Bitte stelle sicher, dass die Ware unbenutzt und in der Originalverpackung ist.

Nutze für den Widerruf einfach unser Kontaktformular oder den „Vertrag widerrufen"-Button im Footer. Wir kümmern uns um alles Weitere.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Weitere Titel aus Fachbücher, Lernen & Nachschlagen

Power: Die 48 Gesetze der MachtPower: Die 48 Gesetze der Macht
Greene, Robert
Power: Die 48 Gesetze der Macht
€22,00
So alt war ich noch nieSo alt war ich noch nie
Hielscher, Stephanie
So alt war ich noch nie
€23,00
Hitlers "Mein Kampf"
Vitkine, Antoine
Hitlers "Mein Kampf"
€20,00
Pocket Atlas of Sectional Anatomy, Volume III: Spine, Extremities, Joints